28 Apr 2026

Liquidität bei Investments: Was sie bedeutet und warum sie deine Entscheidungen beeinflusst

Beim Investieren denken wir meist an Rendite und Risiko — doch Liquidität ist genauso entscheidend. Kristiāns Purviņš erklärt, was Investitionsliquidität in der Praxis bedeutet und wie sie den Zugang zu deinem Kapital genau dann beeinflusst, wenn du es am meisten brauchst.

Expert Insights

Beim Investieren denken wir in erster Linie an Rendite, Risiken und Marktschwankungen. Doch es gibt einen weiteren Faktor, der genauso wichtig ist wie die Rendite: die Liquidität bei Investments. Sie bestimmt, wie schnell und unkompliziert wir auf unser Geld zugreifen können, wenn im Leben oder an den Märkten unvorhergesehene Veränderungen eintreten.

In diesem Artikel erklärt Kristiāns Purviņš, Leiter der TWINO-Investitionsplattform, was Liquidität bei Investments bedeutet, wie sie die Verfügbarkeit von Kapital beeinflusst und wie eine optimale Diversifikation des Anlageportfolios nach diesem Parameter aussehen könnte.

Was ist Investitionsliquidität?

Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet die Liquidität bei Investments, wie schnell Sie Ihre Anlage in Bargeld umwandeln können, ohne einen wesentlichen Teil ihres Wertes zu verlieren.

Hohe Liquidität bedeutet:

  • Schnellen Zugang zu Ihren Geldern,

  • Die Möglichkeit, eine Investition rasch zum Marktpreis zu verkaufen,

  • Größere Flexibilität bei finanziellen Entscheidungen.

Niedrige Liquidität hingegen bedeutet, dass der Verkauf einer Anlage Zeit in Anspruch nehmen oder das Akzeptieren eines niedrigeren Preises erfordern kann.

Wenn beispielsweise das gesamte Kapital in Immobilien oder langfristigen Fonds mit Auszahlungsbeschränkungen gebunden ist, kann das Portfolio zwar wertvoll sein — die Mittel sind aber nicht frei verfügbar.

Warum ist Liquidität für Anleger wichtig?

1. Verfügbarkeit von Mitteln in unvorhergesehenen Situationen

Im Leben können Situationen entstehen, in denen Geld schnell benötigt wird — ungeplante Ausgaben, Krankheit, Einkommensverlust, Einkommensrückgang und ähnliches. Wenn der Großteil des Kapitals in Anlagen mit niedriger Liquidität investiert ist, kann es passieren, dass das Geld effektiv "eingefroren" ist. Die Rückgewinnung wird Zeit in Anspruch nehmen oder mit Verlusten verbunden sein.

2. Flexibles Investieren

Liquidität ermöglicht es Anlegern, agil zu sein. Wenn attraktivere Anlagemöglichkeiten auf dem Markt auftauchen, ermöglichen liquide Vermögenswerte eine schnelle Reaktion und Umschichtung des Portfolios.

Diese Anlageflexibilität ist besonders wichtig in dynamischen Marktbedingungen.

3. Anlagerisiko

Liquidität hängt auch eng mit dem Anlagerisiko zusammen. Weniger liquide Investments bieten oft ein höheres Renditepotenzial, da der Anleger das zusätzliche Risiko übernimmt, dass die Mittel nicht sofort verfügbar sein werden.

Es ist zu beachten, dass die Investitionsliquidität in Marktkrisen rasch abnehmen kann:

  • Aktien können schwer zu einem "normalen" Preis zu verkaufen sein,

  • Manche Fonds können vorübergehend Auszahlungen aussetzen.

Wie unterscheidet sich die Liquidität bei verschiedenen Anlagen?

Die Liquidität kann je nach Art des Vermögenswerts erheblich variieren.

Bargeld ist der liquideste Vermögenswert — es ist sofort und ohne Einschränkungen verfügbar.

Börsengehandelte Aktien und ETFs verfügen in der Regel über hohe Liquidität, da sie vergleichsweise schnell verkauft werden können, obwohl ihr Preis schwanken kann.

Anleihen haben oft eine mittlere Liquidität — die Verkaufsmöglichkeit hängt häufig von der Marktlage und dem konkreten Instrument ab.

Immobilien haben in der Regel eine niedrige Liquidität, da der Verkaufsprozess zeitaufwendig sein kann.

Private Investments sind gewöhnlich am wenigsten liquide — in solchen Fällen kann das Kapital mehrere Jahre lang nicht verfügbar sein.

Liquidität und Anlagehorizont

Einer der wesentlichsten Aspekte bei der Beurteilung der Liquidität ist der Anlagehorizont.

Kurzfristige Investments

Wenn Sie planen, die Mittel innerhalb der nächsten 1–3 Jahre zu nutzen, ist hohe Liquidität essenziell. In solchen Fällen werden Lösungen bevorzugt, bei denen das Geld schnell zugänglich ist.

Festlaufende Investments

Für längere Zeiträume können festlaufende Investments gewählt werden. Diese bieten oft höhere Renditen, schränken aber den Zugang zu den Mitteln für einen bestimmten Zeitraum ein.

Wie wählt man das richtige Liquiditätsniveau?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage lässt sich schwer geben — alles hängt von Ihrer finanziellen Situation, der Einkommensstabilität und Ihren persönlichen Zielen ab. Es gibt jedoch einige praktische Grundsätze, die bei vernünftigen Entscheidungen helfen.

1. Beginnen Sie mit einem Notfallpolster

Vor dem Investieren empfiehlt es sich, einen Puffer für unvorhergesehene Fälle in Höhe von mindestens 3–6 Monatsausgaben aufzubauen.

Beispiel:

  • Wenn Ihre monatlichen Ausgaben 1.200 € betragen, sollte Ihr Notfallpolster 3.600–7.200 € umfassen,

  • Dieses Geld sollte in einer hochliquiden Form gehalten werden (auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto),

  • Es sollte nicht in festlaufende oder weniger liquide Instrumente angelegt werden.

Dieser Schritt hilft zu vermeiden, dass Investitionen zum ungünstigsten Zeitpunkt aufgelöst werden müssen.

2. Strukturieren Sie das Portfolio nach Liquiditätsstufen

Ein effektiver Ansatz ist es, das Anlageportfolio nicht nur nach Anlagetyp und Risikograd zu strukturieren, sondern auch nach dem Liquiditätsniveau. In der Praxis bedeutet dies drei unterschiedliche "Schichten":

A. Hohe Liquidität (für Sicherheit und Flexibilität)

Dieser Anteil umfasst Mittel, die jederzeit verfügbar sein müssen:

  • Notfallpolster,

  • Kurzfristige Investments,

  • Mittel für geplante nahe Ausgaben.

Empfohlener Anteil: 10–30% des Gesamtportfolios.

Wenn Ihr Gesamtkapital beispielsweise 20.000 € beträgt, sollten 4.000–6.000 € in hochliquiden Instrumenten gehalten werden.

B. Mittlere Liquidität (für Wachstum mit Flexibilität)

Diese Kategorie umfasst Investments, die vergleichsweise schnell verkauft werden können, deren Wert aber schwanken kann:

  • Börsengehandelte Finanzinstrumente,

  • Ein Teil strukturierter Investments,

  • Ein Teil von ABS-Investments mit potenziellem Sekundärmarkt.

Typischer Anteil: 40–60% des Portfolios.

Von 20.000 € sollten 8.000–12.000 € in diesem Segment gehalten werden, um eine flexible Anlagemöglichkeit zu erhalten.

C. Niedrige Liquidität (für höheres Renditepotenzial)

Dies sind Investments mit eingeschränktem Zugang zum Kapital, aber oft mit höherem Renditepotenzial:

  • Festlaufende Investments,

  • Ein Teil der ABS-Wertpapiere mit bestimmter Laufzeit,

  • Andere langfristige Lösungen.

Typischer Anteil: 10–30% des Portfolios.

Von 20.000 € werden für langfristige Investments ca. 2.000–6.000 € empfohlen.

3. Liquidität mit Zielen abstimmen

Das Liquiditätsniveau der Investments sollte dazu passen, wann Sie das Geld nutzen möchten:

  • 0–2 Jahre → hohe Liquidität (Verfügbarkeit hat Priorität),

  • 3–7 Jahre → Kombination (teils hochliquide, teils festlaufend),

  • 10+ Jahre → Sie können sich einen größeren Anteil illiquider Investments leisten.

Beispiel: Wenn Sie planen, in zwei Jahren eine Anzahlung für eine Immobilie zu leisten, sollte diese Summe nicht in festlaufende Instrumente ohne vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit investiert werden.

Portfoliodiversifikation nach dem Liquiditätsprinzip — ein praktisches Beispiel

Bei einer verfügbaren Summe von 15.000 € wäre die empfohlene Portfoliostruktur folgende:

  • 4.500 € (30%) — hohe Liquidität (Notfallpolster und kurzfristige Bedürfnisse),

  • 7.500 € (50%) — mittlere Liquidität (flexible Investments),

  • 3.000 € (20%) — niedrige Liquidität (festlaufende Investments, darunter ABS).

Liquidität bei ABS-Wertpapieren

Asset-backed securities (ABS) sind ein Anlageinstrument, das mehrere Kredite in einem einzigen Finanzprodukt bündelt.

TWINO bietet Investments in ABS-Wertpapiere an, bei denen die Liquidität Ihrer Anlage je nach der Struktur des jeweiligen Produkts variieren kann.

In der Praxis bedeutet dies:

  • Wir bieten die Möglichkeit, festlaufende Investments mit vorab definierten Bedingungen und einer klaren Laufzeitstruktur zu wählen,

  • In manchen Fällen ist es möglich, den Sekundärmarkt zu nutzen, um die Anlage vor Ablauf der Laufzeit zu verkaufen,

  • Es ist möglich, verschiedene Laufzeiten zu kombinieren und so eine sogenannte Laddering-Strategie (Laufzeitstaffelung) aufzubauen.

Beispiel: Anstatt 6.000 € in ein einziges 36-monatiges Instrument zu investieren, wäre es aus Liquiditätssicht sinnvoller, diese wie folgt aufzuteilen:

  • 2.000 € für 12 Monate,

  • 2.000 € für 24 Monate,

  • 2.000 € für 36 Monate.

Das Ergebnis ist eine besser planbare Verfügbarkeit freier Mittel und eine bessere Liquiditätskontrolle.

Häufige Liquiditätsfehler bei Investments

Selbst erfahrene Anleger unterschätzen häufig die Bedeutung der Liquidität und tappen in einen dieser typischen Fehler.

1. Investition des gesamten Kapitals in illiquide Vermögenswerte

Auf der Suche nach höheren Renditen leiten Anleger manchmal zu große Teile ihrer Mittel in festlaufende oder andere wenig liquide Investments um.

Als Folge:

  • Der Zugang zu Mitteln wird eingeschränkt,

  • Ein Verkauf mit Verlust kann notwendig werden,

  • Neue attraktive Marktchancen können nicht genutzt werden.

2. Unzureichendes Notfallpolster

Ohne einen 3–6-monatigen Sparerpuffer zu investieren ist ein übermäßiges Risiko, das zu unangenehmen Konsequenzen führen kann:

  • Notwendigkeit, Investments eilig aufzulösen,

  • Finanzieller Stress in unvorhergesehenen Situationen.

3. Falsch gewählte Anlagelaufzeit

Wenn Mittel in einer festlaufenden Anlage gebunden werden, die nicht den persönlichen Zielen entspricht, kann eine Situation entstehen, in der das Kapital genau dann nicht verfügbar ist, wenn es gebraucht wird, und alternative Finanzierungsquellen gesucht werden müssen.

4. Übermäßiges Vertrauen in den Sekundärmarkt

Bei manchen Investments (u. a. ABS) gibt es die Möglichkeit, vor Ablauf der Laufzeit zu verkaufen — dies ist jedoch nicht immer garantiert. Ein sofortiger Verkauf ist möglicherweise nicht möglich, und der Preis kann niedriger als erwartet ausfallen.

Die Empfehlung: Betrachten Sie den Sekundärmarkt als zusätzliche Option, nicht als garantierte Liquiditätslösung.

Investitionsliquidität: abschließende Gedanken

Liquidität ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Anlagestrategie.

Eine gut gewählte Aufteilung der Investments nach Liquiditätsstufen hilft, finanzielle Stabilität zu wahren und gleichzeitig Wachstumschancen zu nutzen — ohne die Verfügbarkeit des Kapitals zu opfern.

TWINO bietet Investments in ABS-Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten an, die es Anlegern ermöglichen, die für ihre individuellen Bedürfnisse passende Balance zwischen Liquidität, Laufzeit und Renditepotenzial zu finden.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQ- und Tutorial-Bereichen auf unserer Website, oder wenden Sie sich an unsere Spezialisten, die Ihnen gerne alle offenen Fragen beantworten.

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Dieses Material dient Informationszwecken und stellt keine individuelle Anlageempfehlung dar.